Bei der Ventilsitz-Leckageprüfung (auch als Schließprüfung bezeichnet) wird eine Seite (Ventileinlass) dem Prüfdruck ausgesetzt, und die Leckagemenge wird auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils gemessen.
Die Ventilsitz-Leckage eines Ventils ist die Menge an Prüfmedium, das durch ein montiertes Ventil in geschlossener Stellung strömt.
Zeitpunkt der Ventilsitz Leckageprüfung
In der Regel ist die Ventilsitz-Leckageprüfung nach erfolgreichem Abschluss der Ventil-Gehäuseprüfung durchzuführen (P10 = Festigkeit, P11=Dichtheit des Gehäuses)
Tabelle: Normen und Spezifikationen für die Prüfung von Ventilsitz-Prüfung
| Norm/ Spezifikation | Titel | Anwendungsbereich/Anwendungen |
|---|---|---|
| ISO 5208 | Industriearmaturen – Druckprüfung von Metallarmaturen | Die Norm ISO 5208 legt Prüfverfahren von industriellen metallischen Armaturen fest, um die Leckagerate-Klasse beim Sitz (innere Dichtheit) zu überprüfen. Die Norm ISO 5208 wird in den folgenden Produktnormen für Armaturen als Referenz angegeben, darunter ASME B16.34, API SPEC 6D und ISO 13942. Armaturen Arten: -Absperrschieber -Hubventil -Kükenhähne -Rückschlagventile -Kugelhähne (schwimmend gelagert) -Membranventile -Absperrklappen -Drehzapfenventile Die Prüfflüssigkeit muss eine Flüssigkeit und/oder ein Gas sein. Annahmekriterien: Die Norm ISO 5208 enthält 10 Leckagerate-Klassen. ISO 5208: Was bedeutet Leckagerate A |
| EN 12266-1 | Industriearmaturen – Prüfung von Armaturen aus Metall – Teil 1: Druckprüfungen, Prüfverfahren und Annahmekriterien – Verbindliche Anforderungen; | Die Prüfung (P12) muss bestätigen, dass der/die Sitz(e) in der/den Richtung(en), für die das Ventil ausgelegt ist, die vorgeschriebene Leckagerate einhält/einhalten. Das Prüfmedium muss eine Flüssigkeit oder ein Gas sein. Der Prüfdruck muss mindestens das 1,1-fache des zulässigen Differenzdrucks bei Raumtemperatur betragen. Handelt es sich bei der Prüfflüssigkeit um ein Gas, darf der Prüfdruck den niedrigeren Wert aus dem 1,1-fachen des zulässigen Differenzdrucks bei Raumtemperatur oder (6 ± 1) bar betragen für Ventile: mit Nennweiten bis DN 80 für alle Druckstufen; mit Nennweiten über DN 80 und bis DN 200 für Druckstufen bis PN 40 und bis Class 300. Armaturen Arten: – Absperrschieber – Kugelhähne – Hubventile – Kegelventile – Membranventile – Membranventile – Rückschlagventile Abnahmekriterien: Die Leckageraten dürfen den in der entsprechenden Produktnorm festgelegten Wert nicht überschreiten. Für jede flüssige und gasförmige Prüfmedium werden die Leckageraten A bis G angegeben, die unter Multiplikation mit einem Faktor und dem Nennweite (DN) berechnet werden. |
| EN 13942 | Erdöl- und Erdgasindustrie – Rohrleitungstransportsysteme – Rohrleitungsarmaturen | Der Prüfdruck bei allen Sitzprüfungen darf nicht unter dem 1,1-fachen des gemäß EN 1092-1 (PN) oder ASME B16.34 (Class) für das Material bei 38 °C ermittelten Nenndrucks liegen. Armaturen Arten – Absperrschieber – Kugelhähne – Kegelventile – Rückschlagventile Abnahmekriterien: Die Leckage bei Ventilen mit weichem Sitz und geschmierten Kegelventilen darf die Werte gemäß ISO 5802, Klasse A, nicht überschreiten. Bei Ventilen mit Metallsitz darf die Leckagerate die Werte gemäß ISO 5208, Klasse D, nicht überschreiten, mit der Ausnahme, dass die Leckagerate während der Sitzprüfung gemäß Abschnitt B.4 (Hochdrucksitzprüfung unter Verwendung eines Inertgases) nicht mehr als das Doppelte von ISO 5208, Klasse D, betragen darf, sofern nicht anders angegeben. |
| API STD 598 | Valve Inspection and Testing | Dichtheitsprüfungen bei niedrigem und/oder hohem Druck, je nach Größe/Klasse und optionaler Bestellangabe. Die maximal zulässigen Leckageraten sind je nach Ventilgröße für Flüssigkeitsprüfungen (ml/min oder Tropfen/min) und Gasprüfungen (ml/min oder Blasen/min) angegeben. Armaturen Arten: – Absperrschieber 1, 2 – Hubventile 1, 2 – Parallelschieber 1, 2 – Kegelventile 1, 2 – Rückschlagventile 1, 2, – Schwimmende Kugelhähne 1, 2 – Absperrklappen 1,3 – Drehzapfenventile 1, 2 1)Niederdruck-Dichtheitsprüfung bei 5.5 bar (80 psi) 2) Hochdruck-Dichtheitsprüfung bei 110 % des maximal zulässigen Drucks bei 38 °C (100 °F); gilt nicht für Rückschlagventile aus Gusswerkstoffen 3) 110 % des Auslegungsdifferenzdrucks bei 38 °C (100 °F) |
| API SPEC 6D | Specification for Pipeline and Piping Valve | Ventilsitzprüfung mit gemäß der Bestellung vereinbarten Abnahmekriterien (Leckagerate) gemäß ISO 5208: 1. Der Prüfdruck für alle hydrostatischen Sitzprüfungen darf nicht unter dem 1,1-fachen des Nenndrucks bei 38 °C(100°F) liegen: a) Ventil mit weichem Sitz: Klasse A b) Geschmiertes Kegelventil: Klasse A c) Ventil mit Metallsitz (außer Rückschlagventil): Klasse D d) Rückschlagventil mit Metallsitz: Klasse G 2. Hochdruck-Gassitzprüfung (kann nach Vereinbarung anstelle der hydrostatischen Sitzprüfung durchgeführt werden) Der Mindestprüfdruck muss das 1,1-fache des Nenndrucks für das Material bei 38 °C (100 °F) betragen: a) Ventil mit weichem Sitz: Klasse A b) Geschmiertes Kegelventil: Klasse A c) Ventil mit Metallsitz (außer Rückschlagventil): das Zweifache von Klasse D d) Rückschlagventil mit Metallsitz: Klasse EE Ventil Arten: – Kugelhahn, – Rückschlagventil, – Absperrschieber, – Kegelventil. |
| ANSI/FCI 70-2 (IEC 60534-4) | Control Valve Seat Leakage | Die Sitzleckage eines Regelventils ist die Menge an Prüfmedium, die unter den festgelegten Prüfbedingungen durch ein montiertes Ventil in geschlossener Stellung strömt. Die Abnahmekriterien (Leckageklasse) legen die maximal zulässige Sitzleckage fest, wie sie für jede Klasse (Klasse I bis VI) angegeben ist: Konstruktiv gleichbedeutend mit der Grundklasse II, III oder IV; nach Vereinbarung; ohne Prüfung (Klasse I) Prozent der Nennkapazität des Ventils (Klasse II bis IV) oder ml Wasser pro Minute pro Zoll Sitzdurchmesser pro psi Differenzdruck (Klasse V) oder ml Luft pro Minute pro Zoll Sitzdurchmesser (Klasse V) oder ml pro Minute, abhängig von einer Liste, die vom Nennsitzdurchmesser abhängt (Klasse VI) Regelventil-Arten: – Einsitz-Regelventil – Doppelsitz-Regelventil – ausgeglichene Einzel-Regelventile mit Kolbenringdichtung und Metall-auf-Metall-Sitz – druckentlastetes Einsitz-Regelventil mit besonders dichten Kolbenringen oder anderen Dichtungen und Metall-auf-Metall-Sitz – Regelventil mit elastischer Dichtung, mit unausgeglichenem und ausgeglichenem Einzelsitz mit O-Ring |
| ASME B16.34 | Valves — Flanged, Threaded, and Welding End | Ventilsitzprüfung mit gemäß Auftrag vereinbarten Abnahmekriterien (Leckagerate) gemäß ISO 5208 oder API STD 598. Armaturen Arten: – Alle Absperrarmaturen – Absperrventile – Rückschlagventile Der Prüfdruck muss mindestens 110 % des Nennwerts bei 38 °C (100 °F) betragen, mit der Ausnahme, dass nach Wahl des Herstellers eine Gasdichtheitsprüfung bei einem Manometerdruck von mindestens 5,5 bar (80 psi) für Ventilgrößen und Druckklassen wie folgt anstelle der oben genannten Prüfung durchgeführt werden kann: NPS ≤ 4 (Class ≤ 2500) und NPS ≤ 12 (Class ≤ 300). Das Standardprüfmedium ist Wasser. |
| ISO 17292 | Metal ball valves for petroleum, petrochemical and allied industries | Bei Ventilkonstruktionen mit elastischen Sitzen muss die Dichtheitsprüfung als Gasprüfung durchgeführt werden, wobei das Prüfgas einen Druck zwischen 400 kPa (4 bar) und 700 kPa (7 bar) aufweisen muss. Bei Ventilkonstruktionen mit Metall- oder Keramiksitzen muss die Dichtheitsprüfung eine Flüssigkeitsprüfung sein, bei der die Prüfflüssigkeit bei 38 °C (100 °F) einen Druck von mindestens dem 1,1-fachen des Nenndrucks aufweist. Armaturen Arten (Größenbereich DN ≤ 600): – Schwimmende Kugelhähne – Zapfengelagerte Ventile |
Weiterführende Informationen
Was bedeutet die Leckagerate A nach ISO 5208?
Leckage-Detektion: Grenzwerte von Testverfahren bei industrielle Anwendungen?