Der Ausdruck „PS = höchstzulässiger Druck“ ist in der DGRL definiert. „PS“ ist der Druck an einem bestimmten Punkt des Druckgeräts, für den das Druckgerät als Ganzes ausgelegt wurde. Der angegebene Punkt ist in der Regel der höchste Punkt des Druckgeräts, an dem üblicherweise auch die Sicherheitseinrichtungen zur Druckbegrenzung angebracht sind.
Der höchstzulässige Druck PS hat in der Druckgeräterichtlinie (DGRL) eine sehr wichtige Bedeutung:
- ist der maßgebliche Druckwert in bar oder MPa (Überdruck), für den das Druckgerät als Ganzes ausgelegt ist
- ist ein vorgeschriebene Angabe auf dem Typenschild
- muss zur Bestimmung der Kategorie eines Druckgeräts herangezogen werden
- muss vom Hersteller für einen bestimmten Punkt am Druckgerät angegeben werden
- ist für die Berechnung des Prüfdrucks PT im Rahmen der Schlussprüfung heranzuziehen (siehe Link unten).
Anforderungen der EN 13445 hinsichtlich des max. zulässigen Drucks PS
Für den Innendruck darf der höchstzulässige Druck „PS“ nicht kleiner sein als:
- der Differenzdruck, der an derselben festgelegten Stelle im Behälter (oder in der Kammer) herrscht, wenn die Druckentlastungsvorrichtung zu arbeiten beginnt;
- der maximale Differenzdruck, der im Betrieb an derselben festgelegten Stelle erreicht werden kann, an der dieser Druck nicht durch eine Druckentlastungsvorrichtung begrenzt wird;
Für den Außendruck darf der Absolutwert des maximal zulässigen Drucks „PS“ nicht kleiner sein als:
- der Absolutwert des Differenzdrucks, der an derselben festgelegten Stelle im Behälter (oder in der Kammer) herrscht, wenn die Druckentlastungsvorrichtung zu arbeiten beginnt;
- der größte Absolutwert des Differenzdrucks, der im Betrieb an derselben festgelegten Stelle erreicht werden kann, an der dieser Druck nicht durch eine Druckentlastungsvorrichtung begrenzt wird.
Weitere Symbole und Abkürzungen für die Auslegungsberechnung
Die folgende Tabelle enthält die gängigen Symbole und Abkürzungen, die bei der Auslegungsberechnung von Druckgeräten oder Druckteilen unter Berücksichtigung mehrerer Lastfälle, z. B. Normalbetrieb und/oder Prüfbelastungen, verwendet werden.
| Symbole und Abkürzungen | Definition 1 | Definition 2 |
|---|---|---|
| PS = max. zulässiger Druck DGRL 2014/68/EU | Der vom Hersteller angegebene und an einer von ihm festgelegten örtl. Stelle definierte Höchstdruck, für den die Anlage ausgelegt ist; dabei handelt es sich entweder um den Anschluss von Schutz- und/oder Begrenzungseinrichtungen, an der höchsten Stelle der des Druckgerätes oder, falls dies nicht angemessen ist, um einen anderen festgelegten Punkt; | Der höchstzulässige Druck PS eines Behälters (oder einer Kammer) ist für normale Betriebslastfälle an einer bestimmten Stelle festzulegen. Anmerkung: Dies ist die Stelle des Anschlusses von Schutz- und/oder Begrenzungseinrichtungen oder die höchste Stelle des Behälters (oder der Kammer) oder, falls dies nicht geeignet ist, eine andere beliebig festgelegte Stelle. |
| PS = max. zulässiger Druck EN 13445-3 Abschn. 5.3.4 | Der höchstzulässige Druck PS eines Behälters (oder einer Kammer) ist für normale Betriebslastfälle an einer bestimmten Stelle festzulegen. „Normale Betriebslastfälle„: Dies sind Lastfälle, die während des normalen Betriebs, einschließlich An- und Abfahren, auf den Druckbehälter einwirken. | Konkrete Stelle am Druckgerät: a) Anschluss von Schutz- und/oder Begrenzungseinrichtungen oder an der Oberseite des Behälters (oder der Kammer) oder, falls dies nicht geeignet ist, an einer anderen festgelegten Stelle. |
| Pmax = max. zulässiger Druck EN 13445-3 Abschn. 3.16 | a) der aus der Auslegung anhand von Formeln ermittelte Höchstdruck oder b) die einschlägigen Verfahren der Norm EN 13445-3 für ein bestimmtes Bauteil in einem bestimmten Lastfall oder c) für den gesamten Druckbehälter der niedrigste dieser zulässigen Höchstdrücke aller Bauteile; | Anmerkung 1: Die Unterschiede der Nennbemessungsspannung ƒ, der Berechnungsdicke ea (= emin – c*) und des Verbindungskoeffizienten z für die Berechnung des höchstzulässigen Drucks in verschiedenen Lastfällen sind in 5.3.2 angegeben. Anmerkung 2: Ist keine explizite Formel für den höchstzulässigen Druck Pmax angegeben, so kann Pmax als der Druck berechnet werden, bei dem die erforderliche Dicke der Berechnungsdicke entspricht. Anmerkung 3: Der maximal zulässige Druck Pmax, der für die vereinfachte Beurteilung der Ermüdungslebensdauer in Abschnitt 17 und für die Berechnung des äquivalenten Volldrucks in 5.4.2 verwendet wird, wird für normale Betriebslastfälle berechnet. **c = Korrosionszuschlag *emin = minimal erreichte Fertigungsdicke |
| Pd = Auslegungsdruck EN 13445-3 Abschn. 3.10 | Druck am obersten Punkt jeder Kammer oder Druckgerät, die zur Ableitung des Berechnungsdrucks der einzelnen Komponenten ausgewählt wurden | Pd ≥ PS (im Normalbetrieb) Anmerkung 1: Es kann auch ein anderer Ort angegeben werden. |
| P = Berechnungsdruck EN 13445-3 Abschn. 3.4 | Differenzdruck, der für die Auslegungsberechnungen eines Bauteils herangezogen wird; P = Pdiff + Pstatic | Der Berechnungsdruck P ist auf die ungünstigsten Bedingungen hinsichtlich des gleichzeitigen Auftretens von Differenzdruck und Temperatur zu stützen. Er muss gegebenenfalls die statische und dynamische Druckhöhe, z. B. an der Kolonne berücksichtigen und auf dem maximal möglichen Differenzdruck in Absolutwerten zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Behälters (oder zwischen zwei benachbarten Kammern) basieren. |
| Pdiff = Differenzdruck | Druck, algebraischer Wert der Druckdifferenz auf beiden Seiten einer Trennwand |