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Chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC): hochresistente Werkstoffe

Chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC) ist durch Risse gekennzeichnet, die sich entweder transgranular oder intergranular (entlang der Korngrenzen) ausbreiten. Chloride kommen in vielen industriellen und natürlichen Umgebungen, wie beispielsweise in Meerwasser, weit verbreitet vor. Wenn Metalllegierungen diesen Umgebungen ausgesetzt sind, können sie anfällig für chloridinduzierte SCC werden. Diese Art der Korrosion tritt besonders häufig bei Werkstoffen wie austenitische rostfreie Stähle, Nickellegierungen und Aluminiumlegierungen auf.

Eines der Hauptmerkmale der chloridinduzierten SCC ist, dass sie auch ohne äußere Korrosion auftreten kann. Das bedeutet, dass sich, obwohl die Oberfläche des Metalls in gutem Zustand zu sein scheint, innere Risse bilden können, die das Material schwächen und anfälliger für Versagen machen.

Chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion kann erhebliche sicherheitstechnische und wirtschaftliche Folgen haben, insbesondere bei kritischen Anwendungen wie Rohrleitungen, Druckbehältern und Offshore-Plattformen.

Das Risiko von Spannungsrisskorrosion steigt mit zunehmender Temperatur, steigender Chloridkonzentration und sinkendem pH-Wert der Umgebung.

Duplex-Edelstähle mit einer kombinierten Mikrostruktur aus Austenit und Ferrit weisen eine deutlich bessere Beständigkeit gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC) auf als klassische austenitische Sorten.

Spannungsrisskorrosion (SCC) entsteht durch das Zusammenwirken von drei Faktoren:

  • Zugspannungen im Werkstoff
  • Ein korrosives Medium – insbesondere chloridhaltige Medien. Chloridinduzierte SCC tritt normalerweise bei Temperaturen über 60 °C auf.
  • Die Verwendung von Werkstoffen, die anfällig für Spannungsrisskorrosion (SCC) sind

Ein Vorläufer der Spannungsrisskorrosion in chloridhaltigen Umgebungen ist die Lochfraßkorrosion, die auftritt, wenn der Edelstahl nicht ausreichend gegen Lochfraß beständig ist.

Chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC) wird im Labor unter Verwendung einer chloridhaltigen Umgebung experimentell geprüft. Die Prüfung kann beispielsweise in kochendem 40-prozentigem CaCl₂ oder chloridhaltigem Wasser durchgeführt werden.

Werkstoffe mit hoher Beständigkeit gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC).

Duplex-Stähle, Nickelbasis-Stähle und austenitische Stähle mit hohem Nickelgehalt (> 25 %). Ferritische Stähle sind ebenfalls rissbeständig, können jedoch korrodieren..

WerkstoffeEN Werkstoff-Nr.UNS no.PREN*™ Handelsmarke
Standard Duplex1.44621)S3180335SAF 2205®
UR™ 2507
Super Duplex1.4410S3275043Forta SDX 2507
SAF 2507
DX2507
Super Duplex1.4501S3276042Forta SDX 100
Zeron® 100
SAF32760 
UR™ 2507W
Hyper Duplex1.4658
S32707
S33207
49
50
SAF 2707 HD®
SAF 3207 HD®
Ni-basierte Legierungen2.4602N0602266INCONEL® alloy 22
Hastelloy® C-22
Ni-basierte Legierungen2.4819N1027670INCONEL® Alloy C-276
HASTELLOY® C-276
Ni-basierte Legierungen2.4856N0662551INCONEL® Alloy 625
HAYNES® 625 alloy
VDM® Alloy 625
Ni-basierte Legierungen2.4643N0603560HASTELLOY® G-35
Super austenitische Stähle1.4547S3265443Ultra 254 SMO®
UR ™ 254
Super austenitische Stähle1.4529N0892645Ultra 6XN®
AL-6XN®
VDM® Alloy 926
UR ™ 367
Super austenitische Stähle1.4539N0890433ATI 904L™
Ultra® 904L
UR™ 904L
VDM® Alloy 904 L
1) Chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion (SCC) beständig gemäß NACE MR0175/ISO 15156-3, sofern: max. Betriebstemperatur 232 °C; lösungsgeglüht und wasserabgeschreckt, ohne Alterungswärmebehandlung; max. 25 HRC; Ferrit: 35 bis 65 %;

* Pitting Resistance Equivalent Number: PREN = %Cr + 3,3 • %Mo + 16 • %N
* Pitting Resistance Equivalent Number: PREN = %Cr + 3,3 • (%Mo + 0,5 • %W) + 16•%N

Weiterführende Informationen

Duplex Stähle –Klassifizierung in 4 Gruppen

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