Umfassende und aktuelle Informationen zur Druckgerätesicherheit

Anlage

Die letzten Fachbeiträge

EN 13445: Anforderungen Hydrostatische Druckprüfung

Die Anforderungen für die Behälter Druckprüfung sind gemäß der Druckgeräterichtlinie (PED) in den grundlegenden Anforderungen in Anhang I Abschnitt 7.4 enthalten sowie in der harmonisierten Norm EN 13445. Die hydrostatische Druckprüfung ist Bestandteil der Endabnahme gemäß PED Anhang I Abschnitt 3.2 und ist für alle Druckgeräte wie Druckbehälter, Rohrleitungen, druckhaltende Ausrüstungsteile, Ausrüstungsteile mit Sicherheitsfunktion und Baugruppen vorgeschrieben.

Diese Druckprüfung ist dazu gedacht, die geforderte Druckfestigkeit unter Innendruck zu prüfen. Die Prüfung dient dem Nachweis der Integrität des Endprodukts.

1. Berechnung des Prüfdrucks für die Standarddruckprüfung

Der Prüfdruck muss gemäß PED Anhang I Abschnitt 7.4 (sowie EN 13445-3 Abschnitt 10.2.3.3 a) unter Verwendung der folgenden Formeln berechnet werden:

(1) Pt = Ps • 1,43

or

(2) Pt = Pd • 1,25 • ƒa / ƒTd

Maßgeblich ist der höhere der beiden berechneten Prüfdrücke Pt, der nicht überschritten werden darf.

Der Faktor 1,25 • ƒa / ƒTd in der obigen Formel (2) berücksichtigt die temperaturabhängigen Festigkeitseigenschaften berücksichtigt.

Hinweis: Bei der Prüfung von Lastfällen im Rahmen der abschließenden Bewertung kann die Korrosionszugabe vernachlässigt werden.

wobei:

Ptder am höchsten Punkt des Behälterinneren in der Prüfposition gemessene Prüfdruck
Pddie Bemessungsdruck für den Fall der maximalen Druckbelastung;
Tddie Auslegungstemperatur für den Fall der maximalen Druckbelastung;
Psder maximal zulässige Druck des Behälters;
ƒadie Nennbemessungsspannung für normale Betriebslastfälle des Materials des betreffenden Bauteils bei der Prüftemperatur Ttest
ƒTddie Nennbemessungsspannung für normale Betriebslastfälle des Werkstoffs des betreffenden Bauteils bei der Auslegungstemperatur Td

Der Prüfdruckfaktor 1,43 in Formel (1) bedeutet, dass unter den Prüfbedingungen eine Beanspruchung von 95 % der Streckgrenze erreicht wird, was einem Rest-Sicherheitsfaktor von 1,05 entspricht.
Mit anderen Worten: Die Nennbemessungsspannung für Prüfbedingungen ƒ darf ƒtest nicht überschreiten (die Mindeststreckgrenze oder 0,2 %-Prüfgrenze bei Prüftemperatur, wie in der technischen Spezifikation für das Material angegeben, geteilt durch den Sicherheitsfaktor 1,05).

Das Verhältnis ƒa / ƒTd , je nach Werkstoff des betreffenden Bauteils, darf der für die Berechnung von Pt heranzuziehende Wert ƒa / ƒTd nicht kleiner sein als das kleinste Verhältnis, das sich unter Berücksichtigung der verschiedenen Werkstoffe der wichtigsten drucktragenden Teile.

Zu den wichtigsten drucktragenden Teile zählen z. B. Mäntel, Böden, Rohrböden von Wärmetauschern, Rohrbündel und Hauptflansche (jedoch ohne Berücksichtigung der mit den Hauptflanschen verbundenen Verschraubungen).

Zu den drucktragenden Hauptteilen gehören KEINE druckfesten Standardflansche und keine ohne Berechnung ausgelegten Schraubverbindungen.

2. Berechnung des modifizierten Prüfdrucks für Druckgeräte, bei denen der hydrostatische Druck (Flüssigkeitssäule) im Betrieb 3 % des Auslegungsdrucks übersteigt

Dieser modifizierte Prüfdruck ist nur dann maßgeblich, wenn der hydrostatische Druck (Flüssigkeitssäule) im Betrieb höher ist als der hydrostatische Druck während der Prüfung. Dies ist möglich, wenn der Behälter im Betrieb eine Flüssigkeit mit einem spezifischen Gewicht enthält, das höher ist als das spezifische Gewicht des Prüfmediums, oder wenn ein vertikaler Behälter in horizontaler Lage geprüft wird.

Der modifizierte Prüfdruck muss gemäß EN 13445-3 Abschnitt 10.2.3.3.1 b) unter Verwendung der folgenden Formeln berechnet werden:

(3) Pt,mod = Pt + (Phyd,ope – Phyd,test )

es gilt immer: Pt,mod ≥ Pt

wo gilt:

Pt,modmodifizierter Prüfdruck
Ptwie in der obigen Formel (1) oder (2) angegeben
Phyd,opeder maximale hydrostatische Druck (Flüssigkeitssäule) während des Betriebs
Phyd,testder maximale hydrostatische Druck (Flüssigkeitssäule) während der hydrostatischen Prüfung

3. Ersatzprüfung für die hydrostatische Druckprüfung

Die PED lässt ausdrücklich Ersatzprüfungen zu, wenn die oben genannte hydrostatische Prüfung nachteilig oder nicht durchführbar ist:
a) eine pneumatische Druckprüfung
b) andere Prüfdrücke
c) Prüfungen auf statistischer Grundlage;

3.1 Die pneumatische Druckprüfung

Die pneumatische Druckprüfung sollte nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden, z. B. wenn die hydrostatische Druckprüfung nachteilig oder nicht durchführbar ist. Wird aus Sicherheitsgründen ein niedrigerer Prüfdruck verwendet, müssen zusätzliche Maßnahmen, z. B. zerstörungsfreie Prüfungen, getroffen werden, um ein gleichwertiges Sicherheitsniveau zu erreichen.

3.2 Andere Prüfdrücke

Die Höhe des Prüfdrucks muss so gewählt werden, dass die hydrostatische Druckprüfung unter Berücksichtigung der Sicherheitsfaktoren gewährleistet, dass keine Schäden am Druckgerät entstehen.

3.3 Prüfung auf statistischer Basis

Diese Art der Prüfung darf nur für seriengefertigte Druckgeräte der Kategorie I angewendet werden.

4. Weitere Anforderungen der Konstruktionsnorm EN 13445 für Druckprüfungen

Bei der Durchführung der hydrostatischen Druckprüfung müssen zusätzliche Aspekte berücksichtigt werden, die in der PED nicht ausdrücklich genannt sind, sich jedoch aus den Spezifikationen ableiten lassen. Die folgende Tabelle berücksichtigt die wesentlichen Aspekte der Normenreihe EN 13445:

AnforderungenEN 13445-5
Unbefeuerte Druckbehälter
EN 13445-6
(Druckbehälter aus Gusseisen mit Kugelgraphit
EN 13445-8
(Druckbehälter aus Aluminium und Aluminium Legierungen)
Definition Prüfdrucka) Innendruck am höchsten Punkt des Behälterraums bei horizontaler oder vertikaler Prüfanordnung;

b) Modifizierte Druckprüfung für Behälter, bei denen der hydrostatische Druck im Betriebszustand 3 % des Auslegungsdrucks übersteigt
Prüfdruck Berechnung (Pt)Berechnung des Prüfdruckfaktors gemäß EN 13445-5 Abschnitt 10.2.3.3 a;

Besondere Berechnungsvorschriften für Druckgeräte der Prüfgruppe 4;
Pt ≥ 1,43• Pd/CT•CQ
(siehe auch EN 13445-6 Abschn. 7.2.2.1 und 7.2.2.2)
EN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3 ist akzeptierbar, aber Prüfdruck ist mind. EN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.1;
EN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.2 ist nicht akzeptierbar für Prüfgruppe 4;
Prüfung von Druckgeräten mit mehreren DruckkammernEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.3
Druckprüfung an doppelwandigen BehälternEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.4 und Abschn. 10.2.3.6
Zeitpunkt der DruckprüfungNach vollständiger Fertigung und Prüfung;
vor dem Auskleiden, Beschichten usw.;
EN 13445-5 Abschnitt 10.2.3.2.2
Berücksichtigung der statischen Flüssigkeitsdrucksäule während des Betriebs und während der DruckprüfungDer statische Druck muss nur berücksichtigt werden, wenn sich die Beanspruchung der Druckbehälterwand um mehr als 5 % erhöht.
Vorgaben zur Berücksichtigung des statischen Drucks in EN 13445-5 Abschnitt 10.2.3.3.1
Druckprüfung von Druckgeräten mit Single-Pass SchweißnähtenEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.1 c)
Druckprüfung für Druckgeräte, die im Kriechbereich betrieben werdenEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.1 d)
Prüfdruck für Prüfgr. 4 BehälterEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.3.2
Prüfdruck über 100 barEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.8
Prüfung als pneumatische Druckprüfungnur zulässig, wenn dies nicht praktikabel ist;
siehe auch EN 13445-5, Abschnitte 10.2.3.1 und 10.2.3.4
Es gilt EN 13445-5 Abschn. 10.2.3.4.1;
weitere Anforderungen siehe EN 13445-8 Abschn. 8.7;
Prüfung auf statistischer BasisEN 13445-5 Anhang A.11
Prüfung von emaillierten oder beschichteten DruckgerätenEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.2.2
WasserqualitätEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.2.5
Informationen zum verwendeten ManometerEN 13445-5 Tabelle 9.2.2.1 und Abschn. 10.2.3.11
AkzeptanzkriterienEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.9
PrüfberichtEN 13445-5 Abschn. 10.2.3.10
Inspektion nach der DruckprüfungEN 13445-5 Abschn. 10.2.4

Weitere Informationen

Prüfdruck berechnen (Online Berechnungstool)

Kann mit der Wasserdruckprüfung eine ausreichende „Dichtheit“ nachgewiesen werden?

Werbung

HIER

könnte Ihre Werbung stehen