Druckbehälter werden gemäß Anhang II der DGRL in Kategorien mit steigendem Gefahrenpotenzial eingeteilt Die Kategorie wird nach dem unten aufgeführten Verfahren festgelegt. Die festgelegte Kategorie bestimmen dann die möglichen Konformitätsbewertungsverfahren.
Behälter mit nur geringem Risiko werden keiner Kategorie zugeordnet. Für sie gilt die gute Ingenieurpraxis (SEP) nach Artikel 3 Absatz 4 der DGRL.
siehe Fachbeitrag: Was bedeutet „Gute Ingenieurpraxis (SEP)“ gemäß Druckgeräterichtlinie?
Verfahren zur DGRL Klassifizierung: Unbefeuerte Druckbehälter
Die Druckbehälter werden auf der Grundlage folgender Kriterien klassifiziert:
- die Art des Fluids (Gas oder Flüssigkeit)
- die Fluidgruppe, für die sie vorgesehen sind;
- ihr maximal zulässiger Druck PS [bar],
- ihr Volumen V [Liter];
Anmerkung 1:
Behälter für überhitztes Wasser (Temperatur > 110 °C) sind in Tabelle 2 unten aufgeführt.
Anmerkung 2:
Wärmetauscher gelten als Behälter,
Ausnahme:
Wärmetauscher, die aus geraden oder gebogenen Rohren bestehen, die durch gemeinsame, ebenfalls aus Rohren gefertigte ringförmige Sammler verbunden sein können, werden nur dann klassifiziert, wenn die folgenden drei Bedingungen erfüllt sind:
– Luft ist das Sekundärmedium,
– sie werden in Kälteanlagen, in Klimaanlagen oder
– in Wärmepumpen eingesetzt,
– die rohrleitungstechnischen Aspekte überwiegen.
Anmerkung 3:
Halbrohrschlangen oder ähnliche „Mantel“-Konstruktionen, die einen Behälter erwärmen oder kühlen, sind als Behälter einzustufen.
Anmerkung 4:
Bei gasgefüllten Akkumulatoren oder anderen Behältern mit einer flexiblen oder nicht feststehenden Membran, die aus zwei Kammern mit unterschiedlichen Medien bestehen, sind der maximal zulässige Druck (PS) und das Gesamtvolumen des Behälters für die Einstufung heranzuziehen.
Anmerkung 5:
Enthält ein Behälter sowohl Gas als auch Flüssigkeit, erfolgt die Einstufung auf der Grundlage des Fluids, das die höhere Kategorie erfordert. Zur Bestimmung der Kategorie ist das Gesamtvolumen (V) des Behälters heranzuziehen, nicht das tatsächliche Volumen, das die einzelnen Fluide zu einem bestimmten Zeitpunkt einnehmen.
Anmerkung 6:
Verfügt ein Druckgerät über mehrere Druckkammern, sind die Kategorien für die einzelnen Kammern separat zu bestimmen. Die Druckkammer mit der höchsten Kategorie ist dann für das Druckgerät maßgebend, z. B. bei Wärmetauschern.
Anmerkung 7:
Die Eigenschaften (Gefährlichkeit) des in einem Gas enthaltenen Feststoffs sollten im Rahmen der Gefahrenanalyse berücksichtigt werden und haben keinen Einfluss auf die Einstufung des Behälters.
Ablaufdiagramm zur Kategorieeinstufung

Was sind Fluidgruppen?
Fluidgruppe 1: Besteht aus Stoffen und Gemischen, die als gefährlich eingestuft sind.
Fluidgruppe 2: Fluide, die nicht unter Fluidgruppe 1 fallen.
Erfahren Sie mehr über die Einstufung von Fluide in die beiden Fluidgruppen